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Bosch und Saar Gummi siegen beim Wettbewerb 2007

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Die Würfel sind gefallen: Gesamtsieger des 2007-er Benchmark-Wettbewerbs “Die Fabrik des Jahres/GEO‘ der Wirtschaftszeitung Produktion und der Unternehmensberatung A.T. Kearney ist das Ansbacher Werk der Robert Bosch GmbH. Fazit des Wettbewerbs: Top-Werke besinnen sich zurück auf den Shop-Floor und die Wertschöpfung.

von Claus Wilk

Dr. Wolfram Anders, kaufmännischer Geschäftsführer des Werkes von Bosch (im Bild links, daneben der technische Werkleiter Reinhard Schäfer), sieht im Gesamtsieg seines Werkes Bestätigung und Ansporn zugleich: “Den eingeschlagenen Weg werden wir konsequent weiter gehen”, so Anders gegenüber Produktion. Aus seiner Sicht stellt die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern getroffene Betriebsvereinbarung zur Personalkostensenkung und Beschäftigungssicherung ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland dar und hat maßgeblich zum Gesamtsieg beigetragen. “Hinzu kommen das durchgängige Bosch-Produktionssystem mit den dadurch erzielten und sichtbaren Erfolgen bei Reduzierung der Gesamtkosten sowie die kontinuierlichen Fortschritte bei der Qualitätsarbeit unter Einbeziehung der Lieferanten.”

Das eigentliche Erfolgsgeheimnis hinter den Siegerwerken des Benchmarkwettbewerbs “Die Fabrik des Jahres/GEO‘ (siehe Tabelle unten) sind aber die “Macher‘. Dr. Günter Jordan, Vice President und Mitglied der Geschäftsleitung bei A.T. Kearney: “Hinter den systematischen Managementsystemen zur Produktionsverbesserung stecken oftmals charismatische Werkleiter, die den Veränderungsprozess energisch in Gang setzen. Gute Werkleiter verbringen viel Zeit in ihrer Fabrik und nicht nur in den Teppichetagen.” Sein Kollege und Fabrik-des-Jahres-Projektleiter Dr. Bernd Schmitt erklärt die neue Kultur in den Werkhallen: “Es wird in der Regel sehr teamorientiert gearbeitet, aber mit klaren Zielvorgaben, energischem Einfordern und auch Belohnen von Leistungen. In dieser Leistungskultur geht aber das Gemeinwohl des Werkes vor Eigenwohl.” Und wer bei diesem Tempo nicht mitgehen kann, sei in der betreffenden Fabrik fehl am Platze. “Dann trennen wir uns”, wie einer der Preisträger gegenüber Produktion verriet.

Fdj 2007

Auffällig, so die Produktionsexperten von A.T. Kearney, sei auch der Pragmatismus, mit dem Verbesserungen voran getrieben würden. Es werden keine komplexen Mode-Tools mehr eingesetzt, sondern Werkzeuge, die einfach funktionieren und schnell Ergebnisse liefern. Dr. Schmidt mit einem Beispiel: “An die Stelle vielfarbiger Powerpoint-Präsentationen, die einmal im Monat zur Visualisierung von Leistungskenngrößen aufbereitet werden, treten handschriftliche, dafür aber stündliche Auswertungen, die sofort zu entsprechenden Maßnahmen führen.”

Eine neue Dimension hat darüber hinaus die Zusammenarbeit zwischen Produktion und Entwicklung in Top-Werken erreicht. Zwar wird schon lange über Simultanous-Engineering diskutiert. Neu ist aber die Konsequenz, mit der entsprechende Potenziale gehoben werden. Dr. Jordan: “In der Regel geht man davon aus, dass mittelfristig 10% bis 15 % der Herstellkosten gesenkt werden.” Dasanders_wolfram_kaufm-werksdirektor_schafer_reinhard_techn-werksleiter_bosch-ansbach4.jpg sei ein gewaltiger Standortvorteil für viele Fabriken: “Bei einem Finalisten treffen sich der Entwicklungs- und Produktionschef in der Fabrik, um vor dem Serienanlauf neue Produkte zu montieren. Probleme werden dann auf dem kleinen Dienstweg gelöst.”

Dritter großer Erfolgfaktor der Top-Werke ist die vergleichsweise hohe Fertigungstiefe. Die Benchmark-Crew von A.T. Kearney besuchte zahlreiche Finalisten, die in einer hohen Fertigungstiefe einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sehen. Dr. Jordan: “Dabei waren beeindruckende Fertigungskompetenzen zu beobachten, wie das spanende Bearbeiten von hochgenauen und hochkomplexen Teilen teilweise mit exotischen Werkstoffen oder das vollständige Automatisieren der Konfektion von Bremsschläuchen.”

Weitere Novität bei Deutschlands härtestem Industrie-Benchmarkwettbewerb: Erstmals küren die Juroren mit Claas Hungaria eine hervorragende Produktion in Osteuropa. Hintergrund: Fabriken in sogenannten Niedriglohnländern haben nicht zwangsweise ein niedrigeres Leistungsniveau. Dr. Jordan: “Es gibt erste Beispiele in Konzernen mit einer Vielzahl an Standorten, wo Fabriken in Osteuropa eine Führungsposition einnehmen. Insofern sollten wir uns nicht wundern, wenn wir zukünftig vermehrt Preisträger aus Osteuropa sehen werden.”

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