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Interview mit Günter Jordan, A.T. Kearney: Benchmark mit Karriere-Kick

MÜNCHEN (gk). Noch bis 31. Mai können sich Firmen für den traditionsreichsten deutschen Industrie-Benchmark Fabrik des Jahres/GEO 2008 von Produktion und A.T. Kearney bewerben. Über den Nutzen für die Teilnehmer sprach Produktion-Redakteur Gunnar Knüpffer mit dem Mitbegründer Dr. Günter Jordan, Geschäftsführer von A.T. Kearney.

Wie profitieren Unternehmen der verarbeitenden Industrie von der Teilnahme am Wettbewerb Fabrik des Jahres/Global Excellence in Operations?

Unternehmen können auf einfache Weise und objektiv ihren derzeitigen Leistungsstand
ermitteln und erhalten wichtige Anregungen für weitere Verbesserungsanstrengungen. Das Besondere ist dabei, dass in diesem Wettbewerb wo immer möglich der Vergleich zur „Best Practice“ erfolgt, die nicht zwangsläufig in der eigenen Industrie gefunden wird. Viele der Teilnehmer berichten, dass bereits das Ausfüllen des Fragebogens dazu führt, Kennzahlen und Prozesse kritisch zu hinterfragen.

Was können sich Unternehmen von den bisherigen Siegern abschauen?
Glücklicherweise haben wir hier zahlreiche Fabriken mit beeindruckender Produktionskompetenz und das Schöne in der Produktion ist, dass man die Prozesse vor Ort anschauen kann. Das ist bei anderen Funktionen wie z.B. dem Einkauf oder Vertrieb ungleich schwieriger. Deshalb sind die Besuche bei den Besten, die ein wesentlicher Bestandteil der „Fabrik des Jahres“ sind, sehr wertvoll für alle diejenigen, die „sehen gelernt haben“. Ausgefeilte Produktionssysteme auf dem Shop Floor in Aktion zu sehen und die Chance zu haben mit den Verantwortlichen zu diskutieren, ist die beste Weiterbildung, die man sich vorstellen kann.

Günter Jordan

Günter Jordan, A.T. Kearney: Teilnehmer beim Benchmark Fabrik des Jahres/GEO erhalten Anregungen für Verbesserungen. 

Welchen Nutzen haben Teilnehmer, die nicht als Sieger aus dem Industrie-Benchmark hervorgehen?
Jeder Teilnehmer erhält eine individuelle Auswertung, die die Fabrik in ca. 50 Leistungskriterien bewertet. Dazu gibt es Hinweise auf Auffälligkeiten und mögliche Verbesserungsansätze. Die Finalisten werden zusätzlich besucht und erhalten Feedback auf der Basis unserer Beobachtungen vor Ort. Es gibt zahlreiche Unternehmen, die regelmäßig immer wieder mitmachen, weil sie auf diese Weise am einfachsten eine neutrale Bewertung ihrer Leistung und der in den letzten Jahren erzielten Verbesserungen erhalten.

Wie viel Arbeitszeit müssen Firmen für das Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen investieren?
Wenn Firmendaten in strukturierter Form vorliegen, sollten ca. 10 Mann-Tage verteilt auf Produktion und Controlling ausreichen. Sollte der Aufwand höher sein, könnte das bereits ein erster Hinweis sein, dass die Transparenz verbessert werden sollte.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?
Ein Fragebogen eröffnet die Teilnahme am „Die Fabrik des Jahres/GEO“- Wettbewerb. Der Fragebogen kann z.B. auf unserer Homepage www.geo-award.de heruntergeladen werden. . Die Ausschreibung für „Die Fabrik des Jahres/GEO 2008“ läuft noch bis zum 31. Mai 2008. In den vergangenen Jahren haben wir auf vielfache Anfrage diese Frist allerdings jeweils um einen Monat verlängert. Die Teilnahme ist kostenlos; die Informationen werden vertraulich behandelt. Mitmachen kann man mit einer oder mehreren Fabriken sowie mit einem ganzen Geschäftsbereich.

Wie werden die Sieger geehrt?
Die Siegerehrung findet bei der jährlichen Konferenz zur „Fabrik des Jahres/GEO“ im März statt. Im Laufe der vergangenen 17 Jahre hat sich diese Veranstaltung zum Treff der Produktionerelite entwickelt. Die Auszeichnung „Fabrik des Jahres“ hat damit ein hohes Renommee erreicht und wird als Nachweis erstklassiger Managementleistung akzeptiert. Bei der Siegerehrung auf der Bühne zu stehen ist deshalb für jeden Produktioner ein bewegendes Ereignis und dient oft als weiteres Karrieresprungbrett im Unternehmen.

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