Illustration

Gastkommentar: Wie man sein Werk fit macht

Dr. Günter Jordan, Vice President bei A.T.Kearney und Mitbegründer der Fabrik des Jahres:

Günter Jordan - Mitbegründer der Fabrik des Jahres

“In vielen Bereichen des Maschinenbaus erleben Unternehmen seit Jahren ein ungebremstes Wachstum mit teils zweistelligen Wachstumsraten. Die Auftragsbücher sind vielerorts nach wie vor prall gefüllt und die Prognosen weisen auf weiteren Zuwachs hin. Soll nun die Kapazität noch weiter ausgeweitet werden? Eigentlich bleibt kaum eine Wahl, aber die Unternehmen werden vorsichtiger.

Was kann ein Unternehmen tun, um sich gegen einen möglichen Abschwung abzusichern, ohne die Chancen des Wachstums zu verpassen? Der einfachste Weg ist, Tugenden und Lehren aus schwierigeren Zeiten nicht zu vergessen. Vor allem zwei Ansätze sind dabei wichtig: Fixkosten kontrollieren und durch kontinuierliche Verbesserung ‚Operational Excellence‘ erreichen. Heute ist die ‚Management-Fabrik‘ in vielen Betrieben viel zu groß.

Ergebnisse aus dem Fabrik-des-Jahres-Wettbewerb zeigen, dass in einem durchschnittlichen Betrieb auf jeden direkt wertschöpfenden Mitarbeiter in der Produktion ein Mitarbeiter in Overhead-Funktionen kommt. Spitzenfabriken sind dagegen deutlich schlanker aufgestellt. Wichtig ist, dass die Budgets in den Overhead-Bereichen nicht proportional mitwachsen, auch wenn man es sich leisten kann. Die Unternehmensleitung muss sauber und fair differenzieren, welche Bereiche zur Unterstützung des Wachstums notwendig mitwachsen müssen und welche nicht.

Das Streben nach ‚Operational Excellence‘ in der Produktion ist dabei das richtige Mittel und ermöglicht, auch mit dem Standort Deutschland nachhaltig im globalen Kostenwettbewerb zu bestehen. Eine profitable Fabrik ist heute nicht gleichbedeutend mit einer guten Fabrik. Eine Teilnahme an einem etablierten Benchmarking-Wettbewerb, wie der Fabrik des Jahres, kann dabei das richtige Mittel für die Unternehmensleitung sein, die eigene Leistungsposition fair zu bewerten und objektive Hinweise zu bekommen, wo man im Vergleich mit den Besten steht. Viele Unternehmen nutzen das Jahr um Jahr wie einen regelmäßigen Gesundheitscheck beim Hausarzt.”

Tags: