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Keine Angst vor dem Abschwung: Top-Werke sind abwehrbereit

LANDSBERG. Die sich abzeichnende konjunturelle Verschlechterung nutzen viele Unternehmen, um Veränderungsinitiativen zu starten. Eine Möglichkeit, wie Werke ihre Effizienz verbessern können, ist die Teilnahme am Award Fabrik des Jahres.

von Gunnar Knüpffer

Auf die abkühlende Konjunktur reagieren Firmenlenker zunehmend mit Veränderungsprogrammen. Zudem investieren sie mehr Mittel als im Vorjahr in diese Vorhaben. Oberstes Ziel bei diesen Veränderungsprozessen ist es, die Organisation flexibler zu gestalten, so dass die Effizienz im Tagesgeschäft erhöht wird. Das geben 57 % von 617 Geschäftsführern aus Europa und den USA an, die von der Economist Intelligence Unit im Auftrag von Celerant Consulting befragt wurden. Aus Deutschland beteiligten sich 48 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 320 Mio Euro an der Studie.

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Firmenchefs in Deutschland machen ihre Werke fit für die Zukunft.

Obwohl viele Chefs mit Optimismus an die Aufgabe gehen, ihr Unternehmen neu aufzustellen, scheitert die Mehrheit bei der praktischen Umsetzung. 58 % der Unternehmenschefs sagen, dass in den vergangenen fünf Jahren nur die Hälfte oder weniger ihrer Veränderungsinitiativen erfolgreich war.

Nach Ansicht von A.T. Kearney-Geschäftsführer Dr. Günter Jordan gibt es drei Hürden, die Unternehmen daran hindern, ihre Effizienz zu verbessern: Zum einen schätzen viele Firmen ihre Effizienz höher ein, als sie tatsächlich ist. Dieses Ergebnis hat er auch aus dem Wettbewerb Fabrik des Jahres von Produktion und A.T. Kearney gewonnen. Häufig ist nach Ansicht von Jordan zudem das Know-how, wie man Verschwendung in Prozessen eliminiert und für eine strukturelle Kostenoptimierung sorgt, nur teilweise vorhanden. Als dritte Hürde gibt er an, dass viele gut durchdachte Konzepte nicht umgesetzt werden, weil die Verantwortlichen wegen des Tagesgeschäfts keine Zeit dafür haben.

„Eine Teilnahme an der Fabrik des Jahres kann insbesondere bei den ersten beiden Hürden helfen“, sagt Jordan. Aufgrund der langen Historie des Wettbewerbs haben inzwischen über 1000 Fabriken aus vielen unterschiedlichen Industrien teilgenommen. Damit sei eine fundierte Einschätzung des Leistungsniveaus der Teilnehmer möglich. Jedes Unternehmen weiß hinterher, in welchem Leistungsfünftel es sich befindet. 100 Benchmarks, die ausgewertet werden, geben den Firmen zudem Hinweise, auf welche Themen sie sich bei Verbesserungsanstrengungen konzentrieren sollten. Damit bekommen die Teilnehmer auch Unterstützung bei der Überwindung der Know-how-Hürde.

Die Economist-Studie zeigt, dass Unternehmen bei der Umsetzung von Veränderungs-Initiativen auch scheitern, weil es ihnen nicht gelingt, die Mitarbeiter für die Veränderung zu gewinnen. Den Nerv seiner Mitarbeiter trifft beispielsweise der Griwe-Werkleiter Roman Löw. Durch sein persönliches Engagement und ein intensives kontinuierliches Training erreichte er eine Bewusstseinsänderung bei der Belegschaft des Westerburger Automobilzuliefers, das sich 2004 in einer Krise befand. 2006 schaffte er den Turnaround und 2007 steigerte er das Ergebnis um 100 %, wofür er den Preis Fabrik des Jahres in der Kategorie Hervorragende Teilefertigung erhielt.

Im Vergleich mit der asiatischen Konkurrenz können deutsche Werke noch mit ihrer Qualität punkten. „Deutsche Qualität ist nach wie vor eine Marke“, sagt Celerant-Geschäftsführer Stephan Orth. Das ergebe sich aus der Historie beispielweise in der Automobilindustrie und schlage sich in der Zahl Zulieferer nieder. Sichtbar wird der Fokus auf Qualität beispielsweise bei Bosch, das in Anlehnung an das Toyota-System ein Bosch-Produktionssystem einführte. Das sorgt für ein Herunterfahren der Bestände und eine Erhöhung der Fertigungskapazitäten, wobei die Lieferanten miteinbezogen sind. Damit setzte sich das Werk für Airbagsteuergeräte von der Konkurrenz ab und wurde Fabrik des Jahres 2007.

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