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Sieger sparen Energie

LANDSBERG. Die Sieger bei dem traditionsreichsten Industrie-Benchmarking Fabrik des Jahres/Global Excellence in Operations 2008 sind auch beim Energieverbrauch spitze. Sie halten den Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten niedrig.Die Siegerwerke bei der Fabrik des Jahre/Global Excellence in Operations 2008 haben den Anteil der Energiekosten an ihren Gesamtkosten konsequent niedrig gehalten. Bei den Gewinnern des traditionsreichsten Industrie-Benchmarks von Produktion und A.T. Kearney stieg dieser Anteil im Schnitt nur marginal von 1,01 % auf 1,04 %. Damit erhöhte sich der Wert nur um 3%. „Hier scheint sich aktives Management aller Prozesse und Kosten auszuzahlen“, sagt Dr. Bernd Schmidt, der bei A.T. Kearney Projektleiter für den Wettbewerb ist.

Festool Neidlingen

Fabrik des Jahres 2008: Festool in Neidlingen punktet auch mit einem niedrigen Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten des Unternehmens. 


Die Fabrik des Jahres 2008, Festool in Neidlingen, und der Sieger des Awards Global Excellence in Operations, die Fischerwerke in Denzlingen, geben für Energie noch bedeutend weniger aus. Bei Festool wuchs zwar der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten stark an, betrug aber trotzdem nur rund ein Drittel des Durchschnittwerts von allen Gewinnern. Auch bei den Fischerwerken, Product Center Chemie, zogen die Energiekosten zwar an, der Anteil an den Gesamtkosten blieb jedoch auch deutlich unter dem Mittelwert der Wettbewerbssieger.

Im Schnitt war der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten bei den am Benchmarking teilnehmenden Unternehmen im Jahr 2007 auf 1,8 % gestiegen. 2003 lag dieser Wert noch bei 1,2 %, im Jahr 2004 erhöhte er sich bereits auf 1,4 %.
Bezüglich der Energiekosten schnitt unter den Siegerwerken die Gruppe der Automobil- und Automobilzuliefer-Werke besonders gut ab. „Bei einem durchschnittlichen Energiekostenanteil von 0,87 % im Jahr 2007 ist der Wert seit 2004 praktisch konstant geblieben“, sagt Dr. Schmidt.

Die Energiekosten stellen zwar trotz ihres Anstiegs nicht den größten Hebel zur Kostensenkung dar, dennoch kann ihre absolute Größe interessant sein, wie folgendes Beispiel verdeutlicht: Bei einem Automobilzulieferwerk mit rund 2000 Mitarbeitern und gut einer Mrd Euro Umsatz machen die Energiekosten, die seit 2005 um 4 Mio Euro gestiegen sind, im Jahr 2007 rund 12 Mio Euro aus. Die Materialkosten betragen dabei leicht 700 Mio Euro und die Lohnkosten circa 100 Mio Euro. In diesem Beispiel schlagen sich Lohnsteigerungen von 6 % etwa so stark in den Kosten nieder wie eine 50 %-Steigerung der direkten Energiepreise. Auch der Anstieg der Materialkosten, der teilweise durch Rohstoffverknappung getrieben ist, wirkt deutlich stärker.

„Fast alle Unternehmen müssen jedoch den Anstieg der Energiekosten akzeptieren, während erfolgreiche Unternehmen dem Personalkostenanstieg durch Produktivitätssteigerungen begegnen, wie der Wettbewerb Fabrik des Jahres/GEO zeigt, sagt Dr. Schmidt. Deshalb bestehe bei den Energiekosten Optimierungsbedarf.