Illustration

GEO-Sieger fischerwerke: Japanische Philosophie im Schwarzwald

DENZLINGEN. Der Bereich Product Center Chemie der fischerwerke hat in diesem Jahr den deutschen GEO-Award erhalten. Dieser Bereich der fischer-Unternehmensgruppe zeichnet sich vor allem durch ein straffes Kostenmanagement, eine effiziente verbrauchsgesteuerte Logistik sowie ein überdurchschnittliches Wachstum durch ausgeprägte Kunden- und Marktorientierung aus.

geosieger_fischerwerke.jpg

Alle relevanten Informationen lassen sich jederzeit vor Ort durch ein ausgeprägtes visuelles Management mit Plan- und Infotafeln und einer konsequenten Verbrauchssteuerung mit Kanban-Tafeln einholen.

von Lisa Zeidler

Auf einer Japanreise erlebte Firmenchef Klaus Fischer, wie effizient Toyota produziert und die Abläufe strukturiert. Ein Modell, das sich Fischer in einem ersten Schritt sehr gut für den Bereich Automotive vorstellen konnte. Denn gerade in der Automobilindustrie üben die OEMs den Druck auf ihre Zulieferer aus, so kosteneffizient wie möglich zu produzieren. Für Fischer war es aber auch naheliegend, den Prozess der schlanken Produktion auf die anderen Unternehmensbereiche zu übertragen.

Insgesamt setzt sich die fischer-Unternehmensgruppe aus den Geschäftsbereichen Befestigungssysteme, Automotive Systems, fischertechnik und Prozessberatung zusammen. Klaus Fischer organisierte für seine Führungskräfte Reisen nach Japan, damit sie das neue System genauso wie er selbst verinnerlichen konnten.

1999 wurde am Standort Denzlingen das Product Center Chemie mit anfangs 86 Mitarbeitern eröffnet. Dort werden Patronensysteme, Injektionskartuschen, Gießmassen sowie Klebstoffe und Zubehörteile produziert. Als fischer 2003 die Spritzgussmaschinen, welche die in der eigenen Fertigung benötigten Kunststoffteile produzierten, von der Zentrale in Waldachtal nach Denzlingen verlagerte, erkannten die Verantwortlichen, welches Verbesserungspotenzial in dem Standort steckte. Eine kostspielige Angelegenheit, die sich normalerweise nicht rechnen würde. „Wir wussten, dass eine Veränderung Sinn macht und dass es das Richtige ist, das Geld in die Hand zu nehmen“, sagt Jürgen Grün, Leitung Product Center Chemie.

„Ich habe noch die Berge an Kartonagen und Verpackungsmaterial, die direkt an der Produktionslinie standen, vor Augen“, erinnert sich Dr.-Ing. Gerrit Christoph, Produktionsleitung Product Center Chemie. „Die Fabrikhalle war von den Platzverhältnissen gar nicht darauf ausgerichtet, einen weiteren Bereich aufzunehmen.“ Zudem war das Fertigwarenlager mit riesigen Produktbeständen aufgefüllt. Meistens waren es die falschen Artikel und andere waren im Rückstand. „Als Erstes mussten also die Bestände runtergefahren werden“, erklärt Dr.-Ing. Christoph.

Seiten: 1 2 3